
Ich klicke zum dritten Mal auf das Modul „Trennungsvermögen", weil mir beim ersten Durchlauf nicht richtig einleuchtet, warum ausgerechnet dieser Begriff in fast jeder Alkohol-MPU auftaucht. Für mich als Punkte-Fall ist das eigentlich nicht mein Thema — trotzdem habe ich den MPU Masterplan Alkohol für meine MPU-Vorbereitung im Test komplett durchgearbeitet, um die psychologischen Fachbegriffe zu sammeln, die einem in der Vorbereitung ständig begegnen, und sie hier verständlich einzuordnen.
Bevor es weitergeht, kurz zur Offenlegung: Diese Seite enthält Affiliate-Links, und wenn du darüber kaufst, bekomme ich eine Provision, ohne dass es für dich teurer wird. Ich verlinke nur Kurse, die ich selbst gekauft und komplett durchgearbeitet habe. Ich bin weder Verkehrspsychologe noch Anwalt, und nichts davon ist eine Rechts- oder Fachberatung — die vollständige Offenlegung findest du auf meiner Über-mich-Seite.
Warum ich als Punkte-Fall die psychologischen Fachbegriffe der Alkohol-MPU trotzdem auditiere
Beruflich zerlege ich seit vierzehn Jahren Lieferantenangebote in ihre Bestandteile, und mit genau dieser Brille lese ich auch Kursmodule: Was steht drin, was wurde versprochen, was hält der Anbieter am Ende tatsächlich ein.
Bevor ich überhaupt Geld in einen Online-Kurs gesteckt habe, hatte ich mir ein Buch zur Fahreignung aus der Stadtbibliothek ausgeliehen — inhaltlich solide, aber ohne eine einzige Selbstreflexions-Aufgabe, die mich aufs eigentliche Lehrgespräch vorbereitet hätte. Genau diese Lücke war der Punkt, an dem ich angefangen habe, bezahlte Kurse nebeneinanderzulegen.
Was bedeutet Trennungsvermögen im Kurs konkret?
Trennungsvermögen beschreibt schlicht, ob jemand Alkoholkonsum und Autofahren im Kopf sauber genug trennt, um das eine nicht ins andere kippen zu lassen.
Der Masterplan widmet dem Thema ein eigenes, ziemlich umfangreiches Modul mit gut 15 Stunden Videomaterial und diversen Fallbeispielen. Ich habe es direkt neben das entsprechende Kapitel im FLEX3 MPU Drogen-Kurs gelegt, den ich aus reiner Neugier ebenfalls besitze, und beide Kurse setzen dabei komplett unterschiedliche Schwerpunkte, weil die zugrunde liegenden Fallmuster bei Drogen und bei Alkohol kaum vergleichbar sind.
Wie geht der Masterplan mit dem Abstinenznachweis um?
Wenn es um Alkohol-Abstinenz geht, meint Abstinenznachweis schlicht den Beleg, dass du über einen bestimmten Zeitraum wirklich nichts getrunken hast, üblicherweise über Urin- oder Haaranalysen wie den Nachweis von Ethylglucuronid.
Was der Kurs nicht liefert, ist ein Fahrplan mit klar getakteten Etappen, wer so etwas sucht, ist bei einem reinen Zeitplan-Angebot besser aufgehoben. Wer sich für die Aufbereitung der Workbook-Seiten genauer interessiert, findet mehr dazu in meiner Analyse der didaktischen Qualität der PDF Arbeitsblätter. Wie sich das Preis-Leistungs-Verhältnis am Ende wirklich verhält, lässt sich seriös nur im direkten Vergleich aller drei Kurse beurteilen, nicht an einer einzelnen Zahl aus diesem Artikel.
Charakterliche Eignung, Giftfestigkeit und Co: kurz eingeordnet
Charakterliche Eignung ist der Sammelbegriff, den der Gutachter am Ende für dein gesamtes Verhalten vergibt. Zahlen, Einsicht und Alltagslogik zusammen. Giftfestigkeit taucht in Alkoholfällen ebenfalls auf, bleibt im Kurs aber eher eine Randnotiz neben dem großen Trennungsvermögen-Modul. Wann ein Punktekonto überhaupt zur Anordnung einer MPU führt, ist noch mal ein eigenes Thema für sich und hängt stark vom Einzelfall ab.
Technisch war der Zugang bei mir unkompliziert, mit einer Einschränkung, die mich kalt erwischt hat: Die Zugangsdauer lief exakt vier Wochen vor meinem eigentlichen MPU-Termin ab, und ich saß plötzlich vor einer Login-Maske, die mich nicht mehr reinließ, obwohl der Termin beim Verkehrspsychologen längst im Kalender stand. Der Kaffee neben der Tastatur war da schon lange kalt.
Ob die Teilnahmebescheinigung am Ende von jeder Behörde gleich anerkannt wird, ist eine Frage, die ich hier bewusst nicht auswalze, das gehört in einen eigenen, gründlicheren Check.
Welches Modul bei mir nicht überzeugt hat
Am wenigsten überzeugt hat mich der Teil, in dem die Lehrgespräch-Beispiele durchgespielt werden: Sie sind komplett alkoholzentriert aufgebaut, was für reine Alkoholfälle sicher hilfreich ist, für meinen Punkte-Fall aber nur bedingt funktioniert hat. Ein Coaching mit einem echten Verkehrspsychologen ist im Kurs außerdem nicht enthalten, was ich bei diesem Umfang durchaus vermisst habe. Wie viel Betreuung ein Online-Kurs grundsätzlich bieten sollte oder kann, ist ohnehin eine andere Debatte.
Samstags, wenn mein Nachbar nebenan in der Garage an seiner Holzwerkstatt werkelt, sitze ich meist noch mit den Kurs-Tabs offen da; eine Runde durch den Stadtwald Köln davor macht die Modulinhalte danach fast immer eine Spur verständlicher.
Masterplan oder FLEX3: für wen sich welcher Kurs eignet
Wer wegen Alkohol zur MPU muss, ist beim MPU Masterplan Alkohol inhaltlich klar richtig aufgehoben, weil Trennungsvermögen, Giftfestigkeit und Trinkmengenlogik hier spürbar tiefer behandelt werden als im FLEX3-Kurs. FLEX3 spielt seine Stärken dagegen bei Substanzmustern und Rückfall-Dynamik aus, die in der Alkohol-MPU so nicht vorkommen; wie die Kontrollfragen dort im Detail aufgebaut sind, habe ich in einer separaten Analyse der Kontrollfragen auseinandergenommen.
Einen systematischen Inhalts-Audit über alle drei Kurse hinweg und einen eigenen Test der beworbenen Bestehensgarantie hebe ich mir bewusst für separate Artikel auf.
Unterm Strich: mein Fazit als Controller
Unterm Strich bleibt für mich: Der Masterplan liefert brauchbares Vokabular für die psychologischen Fachbegriffe rund um die Alkohol-Abstinenz, auch wenn ich als Punkte-Fall nicht seine eigentliche Zielgruppe bin. Wichtig ist mir trotzdem der Hinweis. Ich bin weder Mediziner noch Verkehrspsychologe, bei Fragen zu Leberwerten, ETG-Tests oder deiner persönlichen Abstinenzdauer gehört das Gespräch zu einem Arzt oder Verkehrspsychologen, nicht zu einem Blogartikel.
Wenn du dich strukturiert auf die psychologischen Begriffe deiner Alkohol-MPU vorbereiten willst, ist der MPU Masterplan Alkohol dafür eine solide Grundlage. Für meinen eigenen Punkte-Fall war er am Ende eher die Vergleichsfolie als die Lösung, und genau deshalb steht er jetzt neben zwei anderen Kursen in meiner Mappe.