
Die Frage, wie viele Module jemand mit einer reinen Alkohol MPU wirklich braucht, bevor ein Online-Kurs sein Geld wert ist, brachte mich zum MPU Masterplan Alkohol und zieht sich wie ein roter Faden durch diesen Testbericht. Vorher hatte ich mich durch kostenlose YouTube-Videos zur MPU-Vorbereitung gearbeitet – gut gemeint, aber für das eigentliche Lehrgesprächstraining zu oberflächlich. Der Masterplan war der erste bezahlte Kurs, den ich Modul für Modul wie ein Lieferantenangebot durchgerechnet habe.
Kurzer Transparenzhinweis, bevor es weitergeht: Diese Seite finanziert sich unter anderem über Affiliate-Links, auch zum Masterplan-Anbieter. Kaufst du über einen dieser Links, bekomme ich eine Provision, ohne dass für dich ein Aufpreis entsteht. Besprochen werden hier ausschließlich Kurse, die ich selbst gekauft und komplett durchgearbeitet habe. Zur Einordnung: Ich bin Controller, kein Verkehrspsychologe, kein Arzt und kein Anwalt – meine Einschätzung ersetzt keine Rechtsberatung.
Im Wartezimmer vor meinem eigenen Termin ist mir etwas hängengeblieben: Der Gutachter nebenan nannte einen Kursanbieter beim Namen, und niemand im Raum reagierte überhaupt. Der Name auf der Verkaufsseite interessiert am Prüfungstag keinen Menschen – zählt nur, was du im Gespräch nachweisen kannst. Genau deshalb schaue ich mir den MPU Masterplan Alkohol lieber von innen an, statt mich auf das Cover zu verlassen.
Mein eigener Fall war keiner mit Alkohol. Acht Punkte – einmal zu schnell unterwegs, einmal einem Rettungswagen nicht sofort Platz gemacht – brachten mich zur Medizinisch-Psychologischen Untersuchung, nicht zu einem Alkoholthema. Trotzdem kaufe und prüfe ich Kurse grundsätzlich im Vergleich, nicht isoliert – nur so sieht man, was ein Anbieter wirklich draufhat, wenn man ihn neben einen anderen legt.
Testbericht in Zahlen: Was bekommst du wirklich?
Der Kurs ist in drei Phasen gegliedert: Aufarbeitung der Vergangenheit, Strategie für die Gegenwart, Absicherung der Zukunft. Enthalten sind mehrere Module Video-Lehrgesprächsmaterial plus ein Workbook zum Ausdrucken, in dem du eigene Fälle durchrechnest, statt nur zuzuschauen.
Investiert wird ein spürbarer, für Online-Vorbereitungskurse aber üblicher Betrag – ohne feste Termine, im eigenen Tempo bearbeitbar.
Das systematische Durchzählen von Modulen und Aufgaben nenne ich für mich selbst Kurs-Inhaltsaudit; die Methode im Detail beschreibe ich in einem anderen Testbericht, hier zählt nur das Ergebnis für den Masterplan.
Modul 4: Trennungsvermögen in der Zeitleiste
In der Analyse der didaktischen Struktur bin ich zuerst bei Modul 4 hängengeblieben, weil dort nicht moralisiert, sondern gerechnet wird.
Der Kurs arbeitet mit einem Trinkmengen-Diagramm, das dich zwingt, dein eigenes Konsummuster in eine nachvollziehbare Zeitleiste zu übersetzen, statt es nur zu beschreiben. Ich habe deutlich mehr Zeit in dieses Modul gesteckt als in die meisten anderen, weil sich die Beispielfälle nicht von selbst auf die eigene Biografie übertragen.
Bewertet wird der Begriff dahinter – Trennungsvermögen – ohnehin separat beim Gutachter, und genau darauf arbeitet Modul 4 hin.
Wie geht der Kurs mit dem Abstinenznachweis um?
Ein eigenes Kapitel widmet sich dem Abstinenznachweis und macht vor allem eines klar: Eine Aussage im Lehrgespräch und ein späteres Laborergebnis müssen zusammenpassen. Die technischen Details zu Nachweisfenstern und Methoden bespreche ich ausführlicher in einem anderen Testbericht, der sich gezielt mit Abstinenznachweisen befasst.
Wer im Gespräch behauptet, seit Monaten nichts getrunken zu haben, aber anderes belegen muss, hat kein Kommunikationsproblem, sondern ein Konsistenzproblem.
Modul 11 und die hinteren Selbstreflexions-Aufgaben abhaken
Bei mir ging es nie um Alkohol, sondern um ein Punktekonto, das ich durch Nichtbeachten der Rettungsgasse belastet hatte – wann genau eine MPU wegen Punkten überhaupt angeordnet wird, ist ein eigenes Thema, das an anderer Stelle auf diesem Blog aufgedröselt wird.
Modul 11, der Reaktionstest, war für mich persönlich verzichtbar. Wer täglich komplexe Lieferketten am Monitor überwacht, findet die dort gezeigten Übungen eher trivial, und die investierte Zeit stand in keinem Verhältnis zum Ertrag für die charakterliche Eignung.
Wer keine kognitiven Einschränkungen hat, kann dieses Modul im Schnelldurchlauf abhaken.
Auch die Selbstreflexions-Aufgaben in den hinteren Modulen blieben in meinem Fall auffällig generisch – der Kurs liefert das Gerüst, den Beton für den eigenen Fall musst du selbst anrühren.
Masterplan oder FLEX3 Drogen – zwei unterschiedliche Baustellen
Aus Neugier habe ich zusätzlich den FLEX3 Online MPU Drogen-Kurs gekauft, und ein Vergleich drängt sich auf. Der Masterplan Alkohol arbeitet wie ein scharfes Skalpell für die Alkohol-Fragestellung, während der Stundenumfang bei FLEX3 im Bereich Verhaltensänderung oft noch etwas tiefer geht.
Überlegen ist der Masterplan dagegen bei den alkoholspezifischen Übungen: Wer eine Alkohol-MPU vor sich hat, braucht dessen Werkzeuge; wer ein Drogenproblem oder eine Mischproblematik hat, greift besser zum FLEX3 Programm. Ein direkter Modul-Check zeigt, dass beide Anbieter sauber arbeiten, aber unterschiedliche Schwerpunkte setzen.
Fasse ich die Unterschiede kompakt zusammen, ergibt sich folgendes Bild:
| Kennzahl | MPU Masterplan Alkohol | FLEX3 Drogen (Referenz) |
|---|---|---|
| Fokus | Alkohol / Trennungsvermögen | Drogen / Abstinenznachweis |
| Workbook-Format | PDF, klar in Phasen getrennt | stärker interaktiv aufgebaut |
| Beispielfälle | ausschließlich alkoholzentriert | drogenzentriert, teils MPU-übergreifend |
| Selbstreflexions-Aufgaben | in hinteren Modulen generischer | laut eigenem Test in Teilen ähnlich generisch |
Für wen lohnt sich der Kauf wirklich?
Für reine Alkohol-Fälle bleibt der MPU Masterplan Alkohol meine erste Empfehlung, wenn du die mathematische Seite der Vorbereitung ernst nimmst und die Tabellen wirklich ausfüllst, statt sie nur durchzublättern.
Ferdi Mölters, ein Leser, hat mir vor Kurzem geschrieben und wollte keine Beruhigung, sondern eine klare Aussage: Wie viele der Module würde jemand mit einem reinen Punktefall wirklich brauchen? Meine ehrliche Antwort: kaum eines direkt, aber die Struktur rund um Trennungsvermögen und charakterliche Eignung lässt sich übertragen, wenn man selbst nachdenkt statt nur zuzuschauen.
Wer sich vorher grundsätzlich orientieren will, findet in der Checkliste für seriöse Vorbereitung eine gute Ausgangsbasis. Wer dagegen ein Drogenproblem oder eine tiefere psychologische Aufarbeitung braucht, ist beim FLEX3 Online Kurs besser aufgehoben als beim Masterplan.
Am Ende entscheidet der Gutachter über deine individuelle Veränderung, nicht der Kurs allein – die Vorbereitung ist deine Aufgabe, nicht die des Anbieters. Sprich im Zweifel immer mit einem qualifizierten Verkehrspsychologen, bevor du deine Strategie finalisierst.