
Eine einzelne Stunde Lehrgespräch-Material kostet unterschiedliche Beträge, wenn man einen MPU-Onlinekurs so zerlegt, wie ich sonst Lieferantenangebote für Maschinenteile zerlege. Genau diese Frage stand über meiner Tabelle, als ich im vergangenen Spätsommer 349 Euro für mein erstes MPU-Vorbereitungspaket überwies. Ich hatte kurz zuvor die 8-Punkte-Grenze in Flensburg erreicht, im Herbst lag die formale Aufforderung im Briefkasten, und im Mai 2025 durfte ich nach bestandener MPU wieder selbst fahren. Seitdem kaufe ich MPU-Online-Kurse, ziehe für jeden eine eigene Controller-Analyse durch und vergleiche die Online-Kurse nicht nach Marketingversprechen, sondern nach MPU-Kosten pro Stunde – schließlich sind die Preise der verkehrspsychologischen Vorbereitung selten transparent aufgeschlüsselt.
In meinem Arbeitszimmer in einer Gründerzeit-Altbauwohnung in Ehrenfeld läuft auf der linken Bildschirmhälfte das aktuelle Kursvideo, rechts wächst parallel meine Vergleichstabelle. Auf dem Whiteboard daneben stehen in Handschrift die Modul-Übersichten aller drei Kurse untereinander, und davor stapeln sich ausgedruckte Kurs-PDFs, sortiert nach Anbieter. Aus den Lautsprechern piept im Hintergrund noch der Countdown eines Reaktionstest-Übungsmoduls, das ich für einen anderen Vergleich offen gelassen habe. Mein Studienfreund Holger Breiter ruft mittendrin an und stellt sofort die eine Detailfrage, die ich in meiner Tabelle vergessen hatte: was eigentlich passiert, wenn man ein Modul einfach überspringt, weil es sich beim ersten Durchklicken redundant anfühlt.
Bevor ich für die kostenpflichtigen Pakete bezahlt habe, hatte ich es mit kostenlosen YouTube-Videos zur MPU-Vorbereitung versucht. Für die reine Wissensvermittlung waren sie brauchbar, fürs eigentliche Lehrgesprächstraining aber zu oberflächlich, weil kein Video widerspricht, wenn eine Antwort nur gut klingt, aber inhaltlich nicht standhält. Als ich später das Inhaltsverzeichnis eines Anbieters neben das eines zweiten legte, zählte ich acht von siebzehn Seiten, die im Kern denselben Stoff noch einmal aufwärmten – nur mit anderen Überschriften.
Zwischen zwei Vergleichsrunden gehe ich oft kurz raus und laufe über die Deutzer Brücke, nur um den Kopf freizubekommen, bevor es zurück an die Tabelle geht.
Modul versus Pauschale: Das Grundgerüst der MPU-Preisgestaltung
Anbieter strukturieren ihre Kurse fast immer in drei Stufen: einen Basiskurs für Selbstlerner, ein Premium-Paket mit Support und eine Luxus-Variante mit Bestehensgarantie. Wer die Module nebeneinanderlegt, merkt schnell, dass der Kern – das Wissen über die charakterliche Eignung und das Trennungsvermögen – über die Pakete hinweg oft identisch bleibt, nur die Verpackung wechselt. Wie sich das Trennungsvermögen bei Erstauffälligkeiten konkret prüfen lässt, ist ein eigenes Thema, das ich an anderer Stelle ausführlich durchgehe.
Ich habe mir zum Beispiel den FLEX3 Drogen-Kurs gekauft, obwohl ich ihn wegen meines Punktekontos nie gebraucht hätte, nur um die Modulstruktur direkt neben meinen eigenen Kurs zu legen. Während der Punktekurs stark auf Verhaltensänderung im Straßenverkehr setzt, dreht sich im Drogenkurs vieles um den Abstinenznachweis – welche Nachweisformen dabei im Detail anerkannt werden, spare ich mir hier bewusst, das gehört in einen eigenen Kaufkriterien-Beitrag. Preislich liegen beide Kurstypen oft gleichauf, obwohl die fachliche Tiefe spürbar variiert.
Ein Standardkurs bietet meiner Erfahrung nach zwischen 10 und 15 Stunden Lehrgespräch-Material – wie so ein Lehrgespräch didaktisch aufgebaut sein sollte, analysiere ich separat, hier zählt nur die reine Stundenzahl. Rechnet man das auf einen Paketpreis von rund 350 Euro um, landet man bei einem Stundensatz von etwa 23 bis 35 Euro, vorausgesetzt man nutzt wirklich jedes Modul bis zum Ende.
Warum kostet die Bestehensgarantie hundertfünfzig Euro extra?
Viele Anbieter verlangen für die sogenannte Bestehensgarantie einen Aufpreis von 150 bis 200 Euro. Als Controller sehe ich darin eine klassische Risikoprämie: Der Anbieter wettet darauf, dass du bestehst, und lässt sich dieses Versprechen teuer bezahlen. Ob so ein Versprechen im Ernstfall überhaupt einlösbar ist, prüfe ich in einem separaten Beitrag im Detail – hier zählt für mich nur, was der Zuschlag kostet und wofür genau er berechnet wird.
Die Zugriffsdauer gehört in dieselbe Kalkulation. Die meisten Kurse bieten 6 bis 12 Monate Zugang, was sich ungefähr mit den Abstinenzzeiträumen deckt, die viele Betroffene ohnehin einhalten müssen. Wer länger braucht, zahlt für eine Verlängerung – rechnerisch, als würde man eine Maschine leasen, die mangels Rohstoffen noch gar nicht laufen kann. Wie ein Vorbereitungszeitplan über mehrere Wochen sinnvoll aufgebaut wird, behandle ich an anderer Stelle; für die Kostenstruktur reicht die Erkenntnis, dass Tempo hier bares Geld wert ist.
Wer schnell die 8-Punkte-Grenze reißt, merkt oft erst später, wie lange belastete Punkte im Register bleiben können – wann genau die MPU-Anordnung greift und wie sich das Punktekonto davor entwickelt, klammere ich hier bewusst aus, das ist ein eigenes Kapitel. Für meine Kalkulation zählt nur: Wer zögert und dann verlängern muss, zahlt am Ende drauf.
Wer modular bezahlt, zahlt nur für das, was er wirklich braucht
Manche Anbieter erlauben inzwischen eine modulare Bezahlung – man kauft dann nur die Einheiten zum Trennungsvermögen bei Alkohol oder zur Aufarbeitung des Punktekontos, statt das komplette Paket zu buchen. Mein konträrer Standpunkt als Controller: Günstige Kurse mit hohem Fixpreis sind oft teurer als flexible Modelle, weil die Abbruchquote in Eigenregie ohne Begleitung enorm hoch ist. Wer frustriert abbricht und danach durch die MPU fällt, hat nicht nur die Kursgebühr verloren, sondern trägt zusätzlich die vollen Kosten einer wiederholten Begutachtung.
Ein Vergleich der didaktischen Mittel hilft an dieser Stelle mehr als der reine Preis. In meinem Beitrag über den MPU Masterplan Alkohol und die Qualität der PDF Arbeitsblätter zeige ich, dass der Wert eines Kurses oft in der Tiefe der Unterlagen steckt, nicht in der Zahl der Videos. Bleiben die Arbeitsblätter generisch, ist der Preis pro Seite schlicht zu hoch – eine Materialeffizienz, die sich in der Fabrik genauso berechnen lässt wie im MPU-Kurs. Wie ich Kursinhalte grundsätzlich Modul für Modul prüfe, beschreibe ich in einem eigenen Methoden-Beitrag; hier interessiert mich nur, was am Ende pro Seite oder pro Aufgabe bezahlt wird.
Support-Umfang und technische Hürden in der Preiskalkulation
Das Premium-Paket kostet meistens deshalb mehr, weil persönlicher Support dazukommt – wie viel Betreuung tatsächlich dahintersteckt, vergleiche ich in einem separaten Beitrag, denn das schwankt stärker zwischen Anbietern als der reine Modulumfang. Ferdi Mölters, ein Leser aus dem Ruhrgebiet, hat mir dazu vor Kurzem geschrieben und wollte ohne Umschweife wissen, ob sich der Aufpreis für Support überhaupt lohnt, wenn man ohnehin ein Punktekonto-Fall ist und keine Drogenproblematik hat. Meine Antwort: Es kommt darauf an, wie viele der Selbstreflexions-Aufgaben tatsächlich korrigiert werden und nicht nur automatisiert abgehakt sind.
Ob der eigene Laptop oder das Tablet technisch überhaupt für die Videomodule und Reaktionstests ausreicht, ist eine andere Frage, die ich getrennt behandle – für die Kostenrechnung zählt nur, dass ein technischer Fehlkauf die eigentliche Kursgebühr indirekt verteuert, wenn am Ende doch nachgerüstet werden muss. Im FLEX3-Kurs blieb für mich ausgerechnet das Modul zur Selbstreflexion nach dem Rückfallmodell zu allgemein gehalten – die Aufgaben ließen sich fast wortgleich auf jeden Fall anwenden, unabhängig vom eigenen Konsummuster, und genau das rechtfertigt aus meiner Sicht keinen Premium-Aufpreis.
Was am Ende zählt: Tiefe schlägt Paketgröße
Wer blind das teuerste Paket bucht, zahlt eine Risikoprämie für eine Sicherheit, die ohnehin nur durch Eigenleistung entsteht. Die MPU-Vorbereitung ist kein Produkt, das man konsumiert, sondern ein Prozess, den man steuert – und steuern heißt in meinem Job: die Kostenstruktur kennen, bevor man unterschreibt. Bis zur sechsten Woche meines Vergleichs hatte sich für mich eine klare Reihenfolge herausgeschält: erst die Modultiefe prüfen, dann den Support, erst danach den Preis verhandeln.
Ob am Ende ausgestellte Teilnahmebescheinigungen von der Begutachtungsstelle überhaupt anerkannt werden, ist eine Prüfung für sich, die ich an anderer Stelle Punkt für Punkt durchgehe. Der Vergleich mit Einzelcoaching-Preisen wiederum ist ein eigenes Thema, das eine ganz andere Kostenlogik hat als ein standardisierter Online-Kurs. Wer beispielsweise eine Checkliste sucht, um die Inhalte eines Drogenkurses zu bewerten, findet das in meinem Beitrag zu FLEX3 MPU Drogen Module bewerten. Am Ende ist es wie bei jedem Lieferanten: Qualität hat ihren Preis, aber bezahlt werden sollte nur, was auch tatsächlich geliefert wird. Kalkuliere deine Vorbereitungszeit realistisch ein, und lass dich nicht von Angst zu einem überteuerten Garantie-Paket drängen.